Gastroback Design Espresso Pro im Test: Siebträger für den Einstieg

Die Gastroback Design Espresso Pro ist eine Siebträgermaschine mit 15-bar-Ulka-Pumpe, 1.000 Watt und einem Wassertank von rund 1,5 Litern. Sie wiegt etwa 5,1 Kilogramm.
Das Gewicht ist dabei die aufschlussreichste Zahl: Es unterscheidet eine gebaute Maschine von einem Kunststoffgehäuse mit Pumpe darin. Wir haben uns angesehen, was sie kann und wo der Einstieg in den Siebträger wehtut.
Die Daten im Überblick
| Modell | Gastroback Design Espresso Pro |
|---|---|
| Pumpendruck | 15 bar (Ulka-Pumpe) |
| Leistung | 1.000 Watt |
| Wassertank max. | ca. 1,5 Liter |
| Maße (B x T x H) | ca. 240 x 274 x 318 mm |
| Gewicht | ca. 5,1 kg |
Werte nach den Angaben von Gastroback.
15 bar sind die Angabe, 9 bar sind der Espresso
Fast jede Siebträgermaschine für zu Hause wirbt mit 15 bar, und das ist der Druck, den die Pumpe maximal aufbauen kann. Am Kaffeemehl ankommen sollen davon etwa neun, den Rest baut ein Überdruckventil ab. Die Zahl im Datenblatt sagt also weniger über die Qualität aus, als man denkt.
Was tatsächlich entscheidet, ist die Kombination aus Mahlgrad, Kaffeemenge und Anpressdruck. Wie die Bauarten sich unterscheiden, steht im Überblick der Siebträgermaschinen.
Die Mühle entscheidet, nicht die Maschine
Das ist der Satz, den jeder Einsteiger einmal hören sollte: Eine gute Siebträgermaschine mit vorgemahlenem Kaffee aus dem Supermarkt ergibt schlechteren Espresso als eine mittelmäßige Maschine mit frisch gemahlener Bohne. Vorgemahlener Kaffee ist zu grob und zu alt, der Druck läuft ungebremst durch und der Espresso wird dünn und sauer.
Ein Kilo Wasser, fünf Kilo Maschine
Die 5,1 Kilogramm bedeuten Metall statt Kunststoff, und das zahlt sich beim Brühgruppengewicht aus: Eine schwere Brühgruppe hält ihre Temperatur besser, und Temperaturschwankungen sind beim Espresso direkt schmeckbar. Deshalb lohnt es sich, die Maschine vor dem ersten Bezug ein paar Minuten aufheizen zu lassen und den Siebträger dabei eingespannt zu lassen.
Wo sie an Grenzen kommt
Dafür
- Ulka-Pumpe, in der Klasse der Standard
- Dampflanze für echten Milchschaum
- 5,1 kg, spürbar solide gebaut
- 1,5 Liter Tank, seltenes Nachfüllen
- Kompakte Stellfläche von 24 Zentimetern
Dagegen
- Ohne passende Mühle nicht sinnvoll nutzbar
- Steile Lernkurve am Anfang
- Aufheizzeit vor dem ersten Bezug
- Milchaufschäumen will geübt sein
- Mehr Reinigungsaufwand als ein Vollautomat
Der Reinigungsaufwand ist der Punkt, an dem viele Umsteiger zurückrudern. Siebträger ausklopfen, Sieb ausspülen, Brühgruppe leer spülen, Dampflanze nach jedem Milchschaum abwischen und durchblasen. Das sind zwei Minuten pro Tag, aber eben jeden Tag.
Passt sie zu deinem Kaffee?
Ja, wenn
- eine Mühle vorhanden ist oder mitgekauft wird
- selbst gebrüht werden soll statt auf Knopfdruck
- Cappuccino und Latte dazugehören
- Zeit zum Üben da ist
Nein, wenn
- der Kaffee morgens in zehn Sekunden fertig sein muss
- vorgemahlener Kaffee aus der Packung verwendet wird
- mehrere Personen unterschiedliche Getränke wollen
- tägliche Reinigung stört
Wer morgens ohne Nachdenken einen Kaffee will, ist mit einem Vollautomaten glücklicher. Der Siebträger belohnt Beschäftigung mit dem Thema und bestraft Eile.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es schmaler sein soll: Gastroback Design Espresso Piccolo Pro
Dieselbe Idee im kleineren Gehäuse. Für Küchen mit wenig Arbeitsfläche und für alle, die nur ein bis zwei Tassen am Tag ziehen.
Wenn es günstiger sein soll: De’Longhi Dedica Style
Die Dedica ist mit rund 15 Zentimetern Breite die schmalste ihrer Klasse und deutlich günstiger. Dafür ist sie leichter gebaut und die Temperaturstabilität geringer.
Wenn es eine Klasse höher sein darf: Sage The Bambino Plus
Die Bambino Plus heizt in Sekunden auf und schäumt die Milch automatisch auf die eingestellte Temperatur. Für alle, die den Siebträger wollen, aber beim Milchschaum keine Übungsstunden einlegen möchten.
