Timemore C3 ESP Pro oder 1Zpresso J-Ultra: Welche Handmühle passt?

Zwei Handmühlen, die beide für Espresso gebaut sind, beide mit Kegelmahlwerk aus Edelstahl, beide mit klappbarem Griff für die Reisetasche. Die Timemore Chestnut C3 ESP Pro verstellt den Mahlgrad in Schritten von rund dreiundzwanzig Mikrometern, die 1Zpresso J-Ultra in Schritten von acht. Diese Zahl ist der ganze Unterschied, und sie zählt genau dann, wenn man Espresso mahlt.
Wer noch grundsätzlich zwischen Hand und Motor abwägt, findet die Übersicht bei den Handkaffeemühlen. Hier stehen die beiden Modelle mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Timemore C3 ESP Pro, wenn eine Mühle alles von Espresso bis French Press machen sollGanzmetallgehäuse aus Aluminium, S2C-Kegelmahlwerk, Schritte von 0,0233 Millimetern, Fassung für zwanzig bis fünfundzwanzig Gramm und fünfhundertdreißig Gramm Eigengewicht
- Die 1Zpresso J-Ultra, wenn Espresso der Hauptzweck istacht Mikrometer je Schritt, beschichtetes Kegelmahlwerk eigens für Espresso, magnetischer Auffangbehälter für vierzig Gramm, werkzeuglose Zerlegung und Reiseetui
- Beide haben einen faltbaren Griff und lassen sich ohne Werkzeug reinigen
Die zwei Kandidaten
Timemore Chestnut C3 ESP Pro
530 Gramm, Ganzmetall
1Zpresso J-Ultra
8 Mikrometer je Schritt
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Timemore C3 ESP Pro | 1Zpresso J-Ultra |
|---|---|---|
| Mahlwerk | S2C-Kegel aus Edelstahl | beschichteter Kegel für Espresso |
| Schrittweite je Klick | 0,0233 mm, also rund 23 µm | 8 µm |
| Einstellung | stufenweise am Mahlwerk | nummeriert, außen ablesbar |
| Einsatzbereich | Espresso bis French Press | Espresso bis türkisch fein |
| Fassungsvermögen | 20 bis 25 g | 40 g im Auffangbehälter |
| Auffangbehälter | keine Angabe | magnetisch, mit einer Drehung ab |
| Gehäuse | Aluminium, ganz integriert | keine Angabe |
| Lagerung der Achse | doppelt gelagert | keine Angabe |
| Griff | faltbar, patentiert | faltbar |
| Standfestigkeit | Silikonpad und Antirutschmuster | Klappgriff verhindert Umkippen |
| Reinigung | mit Bürste | werkzeuglos zerlegbar |
| Reiseetui | keine Angabe | im Lieferumfang |
| Ausgelegte Mahlleistung | keine Angabe | 100 bis 200 kg |
| Werkseitige Kalibrierung | keine Angabe | ja |
| Garantie | keine Angabe | 1 Jahr |
| Maße | 147 x 52 mm | keine Angabe |
| Gewicht | 530 g laut Hersteller | rund 700 g laut Handel |
| Modellbezeichnung | C3 ESP Pro | J-Ultra |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Mühlen. 1Zpresso nennt weder Gehäusematerial noch Lagerung oder Abmessungen, Timemore macht keine Angabe zu Auffangbehälter, Reiseetui, ausgelegter Mahlleistung und Garantie; diese Zeilen bleiben offen. Dass ein Merkmal nicht aufgeführt ist, heißt nicht zwingend, dass es fehlt. Das Gewicht der Timemore stammt aus der Herstellerangabe, das der 1Zpresso aus dem Handel und schließt die Verpackung ein, beide Zahlen sind deshalb nur grob vergleichbar. Die weiter unten gerechneten Werte zu Klickzahlen, Mahldauer und Standzeit beruhen auf den genannten Zahlen und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wie viele Klicks im Espressofenster übrig bleiben
Die Rechnung mit der Schrittweite
Espresso wird üblicherweise zwischen zweihundert und vierhundert Mikrometern gemahlen. Das nutzbare Fenster ist also rund zweihundert Mikrometer breit.
Bei dreiundzwanzig Mikrometern je Klick bleiben in diesem Fenster etwa neun Einstellungen. Bei acht Mikrometern sind es rund fünfundzwanzig.
Das entscheidet darüber, wie fein man nachjustieren kann, wenn ein Bezug zwei Sekunden zu schnell läuft. Mit neun Stufen springt man oft über das Ziel hinaus, mit fünfundzwanzig trifft man es.
Praktisch heißt das: Für Filterkaffee und French Press ist die feinere Verstellung überflüssig, dort ist das Fenster breit. Für Espresso ist sie der eigentliche Grund, zur teureren Mühle zu greifen.
Was das Mahlen von Hand tatsächlich kostet
Die Rechnung mit der Zeit
Eine gute Handmühle schafft für Espresso rund ein Gramm pro Sekunde bis anderthalb. Achtzehn Gramm für einen doppelten Bezug bedeuten also zwanzig bis dreißig Sekunden Kurbeln.
Für Filterkaffee mit gröberem Mahlgrad geht es schneller, dafür sind dreißig Gramm zu mahlen, es bleibt also ungefähr bei derselben halben Minute.
Zwei Tassen am Tag ergeben rund eine Minute täglich, also gut sechs Stunden im Jahr. Wer für vier Personen mahlt, kommt auf ein Vielfaches davon.
Praktisch heißt das: Für ein bis zwei Tassen ist die Handmühle eine Kleinigkeit. Ab drei bis vier Tassen am Morgen wird eine elektrische Mühle zur ernsthaften Alternative, unabhängig davon, welche Handmühle es wäre.
Wie lange ein Mahlwerk hält
Die Rechnung mit der Standzeit
1Zpresso gibt die Mahlwerke mit hundert bis zweihundert Kilogramm Kaffee an. Bei achtzehn Gramm täglich sind das rund sechseinhalb Kilogramm im Jahr.
Hundert Kilogramm reichen damit für etwa fünfzehn Jahre, zweihundert für dreißig. Selbst bei drei Bezügen täglich bleiben mehr als fünf Jahre bis zur unteren Grenze.
Deutlich früher fällt auf, wenn Lager oder Achse Spiel bekommen, denn dann läuft das Mahlgut ungleichmäßig durch. Eine doppelt gelagerte Achse ist deshalb keine Nebensache.
Praktisch heißt das: Beide Mühlen überleben ihren Besitzer als Kaffeetrinker. Die Frage ist nicht, ob das Mahlwerk stumpf wird, sondern ob das Gehäuse den täglichen Griff aushält.
Wofür welche Mühle reicht
Ein einfacheres Timemore-Modell beschreibt der Test der Timemore Basic 3. Wer gezielt für Siebträger mahlt, sieht sich die Handkaffeemühlen für Espresso an, und beim Dosieren hilft eine Kaffeewaage mit Timer.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die Timemore spricht
- Fünfhundertdreißig Gramm laut Hersteller
- Ganzmetallgehäuse aus Aluminium
- Doppelt gelagerte Zentralachse
- Silikonpad und Antirutschmuster
- Ausdrücklich für Espresso bis French Press
Für die 1Zpresso spricht
- Acht Mikrometer je Schritt, außen ablesbar
- Mahlwerk eigens für Espresso beschichtet
- Vierzig Gramm im magnetischen Behälter
- Werkzeuglos zerlegbar, Reiseetui dabei
- Werkseitig kalibriert, ein Jahr Garantie
Beide Mühlen mahlen gleichmäßig genug, dass der Unterschied im Filterkaffee kaum zu schmecken ist. Er zeigt sich erst am Siebträger, und zwar nicht im Mahlbild, sondern in der Bedienung: Wer den Bezug einregelt, dreht bei der einen Mühle in neun Schritten durch das gesamte Espressofenster und bei der anderen in fünfundzwanzig. Das entscheidet, ob man den gewünschten Bezug trifft oder ihn nur umkreist. Wer nie Espresso macht, zahlt für diese Feinheit ohne Gegenwert.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zu Handkaffeemühlen
Ist eine Handmühle so gut wie eine elektrische?
Im Mahlbild ja, oft sogar besser als elektrische Mühlen derselben Preisklasse, weil das Geld ins Mahlwerk statt in den Motor fließt. Der Unterschied liegt im Durchsatz: Was von Hand eine halbe Minute dauert, erledigt eine Espressomühle in Sekunden.Wie stelle ich den Mahlgrad für Espresso ein?
Von grob nach fein herantasten und dabei den Bezug messen. Läuft der doppelte Espresso schneller als fünfundzwanzig Sekunden, feiner stellen, dauert er länger als dreißig, gröber. Immer nur wenige Klicks auf einmal ändern und danach einen ganzen Bezug abwarten.Muss ich beim Bohnenwechsel neu einstellen?
Ja, fast immer. Frisch geröstete Bohnen, ein anderer Röstgrad oder eine andere Herkunft ändern das Verhalten im Sieb deutlich. Deshalb ist eine gut ablesbare Skala so nützlich, man findet die letzte Einstellung wieder.Wie reinige ich eine Handmühle?
Regelmäßig mit einer Bürste ausklopfen, das genügt für den Alltag. Alle paar Monate lohnt sich das Zerlegen, um Kaffeeöle aus dem Mahlwerk zu entfernen. Wasser hat in einem Stahlmahlwerk nichts zu suchen, es rostet und verklebt.Warum sind manche Kaffeekrümel viel feiner als der Rest?
Das sind Feinanteile, sie entstehen bei jedem Mahlwerk. Ein gutes Mahlwerk erzeugt weniger davon, ganz vermeiden lässt es sich nicht. Bei Espresso sorgen sie für Körper, bei Filterkaffee können sie den Auslauf verstopfen, dort siebt man sie im Zweifel aus.Die Entscheidung in einem Satz
1Zpresso J-Ultra Manuelle Kaffeemühle mit konischem Mahlwerk und Magnetbehälter
Wer täglich am Siebträger steht, nimmt die J-Ultra, weil acht Mikrometer je Schritt im Espressofenster rund fünfundzwanzig nutzbare Einstellungen ergeben statt neun, der magnetische Behälter vierzig Gramm fasst und das Reiseetui plus werkzeuglose Zerlegung den Alltag unterwegs mitnehmen. Die Timemore C3 ESP Pro ist die bessere Wahl, wenn dieselbe Mühle Espresso, Handfilter und French Press bedienen soll, denn dafür ist sie ausgelegt, wiegt mit fünfhundertdreißig Gramm weniger und steht dank Silikonpad beim Kurbeln fest. Für reinen Filterkaffee zahlt man die feinere Verstellung ohne Gegenwert.


